Statements

„Es darf nicht sein, dass jemand für das intimste Gefühl, das es gibt, kriminalisiert wird. Russland ist Mitglied des Europarates. Will es das bleiben, wird es europaweit anerkannte menschenrechtliche Standards akzeptieren müssen. Gleichgeschlechtliche Liebe per Gesetz verbieten zu wollen, ist ein grobes Missverständnis der Rolle von Rechtstaatlichkeit. Liebe kann nicht verboten werden und Gesetze, die homosexuellen Menschen das Leben erschweren, widersprechen jeder Aufgeklärtheit, sie gehören schleunigst geändert! 
Ich fordere Russland auf, gleich viel Recht für gleich viel Liebe einzuräumen!“
Petra Bayr, MA, Nationalratsabgeordnete der SPÖ
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„Meiner Betroffenheit muß ich hier Luft machen. Hat mich doch das Ausmaß der persönlich erlebten Homophobie und der Konzeptlosigkeit der russischen Regierung im Umgang mit der landesweiten AIDS Situation erst jetzt nach meiner Rückkehr aus Moskau so richtig erschüttert. Die Russisch-Orthodoxe Kirche und die russische Regierung legitimieren die Anfeindungen aus der Bevölkerung gegenüber gleichgeschlechtlich Liebenden und Menschen mit HIV. Greifende Programme um die Pandemie zu bekämpfen gibt es nicht. Internationale Organisationen wie der Global Fund oder UNAIDS haben längst ihre Aktivitäten eingestellt. Putin meint das Problem selbst lösen zu können. Die Selbsthilfegruppen werden bei Annahme von finanzieller Unterstützung durch das Ausland als Kollaborateure registriert, nicht ohne Konsequenzen. ORF, Krone und News, die mich begleitet haben, werden in Kürze ausführlich darüber berichten.
Daher mangelt es dem österreichischen Bundeskanzlers betreffend der Teilnahme in Sotschi an staatsmännischer Weitsichtigkeit. Kann er nicht einfach wie bei der Beerdigung von Nelson Mandela fernbleiben. Da war es auch nicht wichtig, als die internationale Politgröße geschlossen anreiste. VIP Tribünen wie bei den Olympischen Spielen oder zuletzt in Kitzbühel (als ein einziges Zuwinken von Arnold Schwarzenegger ihm minutenlang ein Lächeln und Herzenswärme ins Gesicht zauberte) haben ihre Anziehungskraft. Aber ist es den Sportlern, die sich ein Leben lang auf Olympia vorbereiten, nicht total egal, ob da ein Kanzler mitfährt? Das Bild von Österreich könnte aber dadurch wiedermal beschädigt werden.
Wir haben die Verantwortung mit solchen Situationen sensibler als andere Länder umzugehen und Deutschlands Politiker sollte uns ein Beispiel sein. Denn hoffentlich werden wir über diese Spiele nie einen, auch noch so kleinen Vergleich mit Olympia 1936 ziehen müssen, als die Politiker auf ihren Tribünen zuschauten, wie die Sportler zum Hitler Gruß ihre Hand heben mussten, während die ersten Opfer in Lager verschleppt wurden.
Life is about seizing the moment, Herr Bundeskanzler, lets give it an opportunity!“
Gery Keszler, Organisator des Life Ball
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